Anlage 3: Nichtfinanzielle Berichterstattung

der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – für das Geschäftsjahr 2018

Die Sächsische Aufbaubank – Förderbank – (SAB) ist seit dem Geschäftsjahr 2017 nach § 340a Abs. 1a Satz 3 i. V. m. § 289b HGB verpflichtet, ihre Berichterstattung um einen nichtfinanziellen Bericht zu erweitern. Bei der Erstellung der nichtfinanziellen Berichterstattung kommt aufgrund der Geschäftstätigkeit der SAB und der nachfolgenden Risikoeinschätzung kein Rahmenwerk zur Anwendung.

Gemäß § 289c HGB sind die fünf Aspekte Umwelt-, Arbeitnehmer- und Sozialbelange, Achtung der Menschenrechte sowie Bekämpfung von Korruption und Bestechung berichtspflichtig. Es ist über die Angaben zu berichten, die für das Verständnis des Geschäftsverlaufs, des Geschäftsergebnisses, der Lage der SAB sowie der Auswirkungen der Geschäftstätigkeit auf diese nichtfinanziellen Aspekte erforderlich sind. Im Sinne der gesetzlich erforderlichen Berichterstattung definiert die Bank jene Aspekte als wesentlich, welche wirtschaftliche, ökologische sowie gesellschaftliche Auswirkungen auf das Umfeld der SAB haben, Stakeholder in ihrer Entscheidungsfindung beeinflussen und darüber hinaus das Risiko besitzen, die Reputation der SAB nachhaltig zu schädigen. Der Prozess der Wesentlichkeitsanalyse unterliegt einer laufenden Überprüfung und Weiterentwicklung. Der Fokus der aktuellen Berichterstattung liegt auf den Auswirkungen der zu berichtenden Aspekte durch das Handeln der SAB (Inside-Out-Perspektive). Für die Berichterstattung im kommenden Jahr soll eine stärkere Betrachtung der äußeren Einflüsse, welche auf die SAB einwirken, berücksichtigt werden (Outside-In-Perspektive). So soll ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen beiden Perspektiven gewährleistet werden.

Als Förderbank des Freistaates Sachsen trägt die SAB eine besondere Verantwortung für die Verbesserung der wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Bedingungen in Sachsen. Sie leistet ihren Beitrag für eine wirtschaftlich stabile, ökologisch und sozial gerechte Gesellschaft und bekennt sich zu einer nachhaltigen Ausrichtung ihrer Geschäftstätigkeit. Die Unterstützung der im Gesetz genannten nichtfinanziellen Aspekte erachtet die SAB als wichtig und selbstverständlich. Zur Bestimmung wesentlicher Aspekte wurde eine interne Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Hinsichtlich der Interessen der Stakeholder an nichtfinanziellen Aspekten wurden seitens der Fachabteilungen Annahmen getroffen. Als Ergebnis dieser Wesentlichkeitsanalyse hat die SAB für die Berichterstattung unter Berücksichtigung der Geschäftstätigkeit und der Einschätzung der Risiko- Organisationseinheit die Aspekte Umweltbelange (Energieverbrauch), Arbeitnehmerbelange (Aus- und Weiterbildung, Chancengleichheit und Diversität), die Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie ergänzend zum Vorjahr den unternehmensspezifischen Aspekt der Informationssicherheit und des Datenschutzes als wesentlich definiert. Darüber hinaus werden Angaben zu den nicht als wesentlich definierten Aspekten Sozialbelange und Achtung der Menschenrechte gemacht.

Die Geschäftstätigkeit und der Geschäftsumfang der Bank sind von der Übertragung von Förderaufgaben abhängig. Die Produkthoheit und die Entscheidung über die Mittelausstattung der einzelnen Förderprogramme liegen überwiegend in der Zuständigkeit des Freistaates Sachsen. Kern der Geschäftstätigkeit der SAB ist die Ausreichung von Darlehen, Zuschüssen und sonstigen Finanzierungshilfen. In Kapitel 1 des Lageberichts sind das Geschäftsmodell, die Strategie und die Ziele der Förderbank ausführlich erläutert. Risiken, die sich aus der Geschäftstätigkeit ergeben, werden im Kapitel 5 des Lageberichts dargelegt. Risiken, die sehr wahrscheinlich schwerwiegende negative Auswirkungen auf die berichtspflichtigen Aspekte nach § 289c Abs. 2 HGB haben würden, ergeben sich aus der Geschäftstätigkeit und den Geschäftsbeziehungen der SAB gemäß der in der Wesentlichkeitsanalyse durchgeführten Risikobetrachtung nicht. Relevante Leistungsindikatoren hat die Bank für alle wesentlichen Aspekte gemäß dem GRI-G4-Berichterstattungsstandard definiert. Konzepte zur Förderung der wesentlichen nichtfinanziellen Aspekte wurden im Berichtsjahr 2018 neu erstellt und seitdem fortlaufend umgesetzt.

Die Konzepte leisten einen wesentlichen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit in der SAB, da für alle wesentlichen Aspekte Ziele und Maßnahmen definiert wurden. Als Förderbank des Freistaates Sachsen ist die SAB grundsätzlich in Sachsen tätig. Kunden der Bank sind vorwiegend Privatpersonen, Unternehmen, Kommunen und Vereine. Die Gewinnerzielung ist nicht das primäre Ziel der Geschäftstätigkeit der SAB, sondern dient in erster Linie der Erfüllung aufsichtsrechtlicher Anforderungen. Vereinbarungen mit den sächsischen Staatsministerien zur Bearbeitung der Förderprogramme werden daher grundsätzlich kostendeckend abgeschlossen. Im Vordergrund steht eine dauerhafte Ausrichtung der Geschäftstätigkeit nach ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekten bei allen Entscheidungen. Die Förderprogramme haben vielfältige Zielsetzungen und Auswirkungen. Die SAB bietet derzeit 133 Programme an. Diese sind in fünf Förderbereiche eingeteilt:

• Wohnungsbau

• Infrastruktur und Kommunales

• Wirtschaft

• Bildung und Soziales

• Umwelt und Landwirtschaft

Die Bank plant jährlich im Rahmen der Wirtschaftsplanung die Volumina für die einzelnen Förderprogramme. Die Programmbestimmungen werden überwiegend von den Ministerien des Freistaates Sachsen festgelegt. Da das Zinsniveau unverändert sehr niedrig ist, liegt der Schwerpunkt des Fördergeschäftes in der Zuschussförderung.

Eine steigende Bedeutung erfährt auch das eigene nachhaltige Handeln der Bank. Nachhaltigkeitsaspekte sind durch alle Bereiche in die Arbeitsabläufe zu integrieren. Ziel ist ein nachhaltiges Wirtschaften. Die Bank ist bestrebt, mit Hilfe von effizienten Prozessen und des sparsamen Einsatzes von Ressourcen die Umwelt zu schonen. Hierzu wurde im Jahr 2018 ein Nachhaltigkeitsteam gegründet, welches unabhängig von Hierarchie und Aufgabengebiet der Mitglieder agiert und unter Verantwortung des Leiters der Organisationseinheit Compliance und Informationssicherheit geführt wird. Zu Beginn des Jahres 2018 erfolgte eine Aufnahme des Ist-Zustands bezüglich bereits implementierter nachhaltiger Prozesse und Maßnahmen in der Bank. Darüber hinaus wurden in den Sitzungen des Nachhaltigkeitsteams weitere Ideen zur Steigerung der Nachhaltigkeit eingebracht und deren Umsetzung aktiv und offen diskutiert. Der Fokus des Nachhaltigkeitsteams geht über die Pflicht der nichtfinanziellen Berichterstattung hinaus und soll Impulse liefern, welche die SAB ökologisch und sozial nachhaltiger agieren lassen. Die Ergebnisse aus den Sitzungen des Nachhaltigkeitsteams werden an den Vorstand berichtet.

Umweltbelange

Die SAB fördert mit verschiedenen Programmen ökologische Nachhaltigkeitsprojekte ihrer Kunden, die damit unter anderem einen Beitrag zur Energiewende leisten und die Klimabelastung durch Haushalte und Unternehmen verringern, z. B. durch den Einsatz erneuerbarer Energien oder die energetische Sanierung von Gebäuden. Zur Umweltförderung bietet die Bank unter anderem folgende Programme aus verschiedenen Förderbereichen an, die im Jahr 2018 in angegebener Höhe bewilligt wurden:

• Energieeffizient Sanieren (17,12 Mio. EUR)

• Klimaschutz (2,22 Mio. EUR)

• Zukunftsfähige Energieversorgung (2,10 Mio. EUR)

• Erneuerbare Energien (1,54 Mio. EUR)

• Energieeffizient Bauen (1,46 Mio. EUR)

Mit Hilfe der vergebenen Fördermittel konnten 2018 verschiedene nachhaltige Investitionsmaßnahmen und Projekte im Freistaat bewilligt werden, die zu einer CO2-Reduzierung von über 5.400 kg führen werden.

Die Sächsische Energieagentur – SAENA GmbH, an der die SAB zu 49 % beteiligt ist, unterstützt darüber hinaus die nachhaltige und innovative Energiepolitik des Freistaates durch Information und Beratung der Bürger, Unternehmen und Kommunen in Sachsen zu den Themen erneuerbare Energien, zukunftsfähige Energieversorgung und bewusste effiziente Energienutzung.

Neben der Förderung nachhaltiger Maßnahmen der Kunden über die verschiedenen Programme ist das eigene nachhaltige Handeln ein weiteres Ziel der Geschäftsstrategie. Die hierzu formulierten Ziele sind die Schonung und nachhaltige Nutzung von Ressourcen sowie damit einhergehend ein möglichst geringer Energieverbrauch.

Die Bank nutzt für den Hauptstandort in Dresden natürliche Ressourcen in Form von

• Sonnenenergie zur Stromerzeugung über eine Photovoltaikanlage und zur Wärme- bzw. Kälteerzeugung über eine Solarthermieanlage,

• Grundwasser zur Bewässerung der Freianlagen über eine eigene Brunnen- und Bewässerungsanlage und

• Ökostrom aus 100 % erneuerbaren Energien.

Im Rahmen eines aktiven Ressourcenmanagements forciert die Bank einen wirtschaftlichen, energieeffizienten und nachhaltigen Gebäudebetrieb. Nach Möglichkeit werden erneuerbare Energien genutzt. Die Bank erstellt regelmäßige Auswertungen von Verbrauchswerten und einen Energieausweis (Vergleich zwischen Verbrauchswert und Vergleichswert für die Gebäudekategorie). Zum Einsatz kommen energieeffiziente Technik (z. B. Pumpen der Heizungsablage, Motoren der Lüftungsanlagen, Nutzung von LED-Lichttechnik) und eine Energieoptimierungsanlage. Die bestehende Anlagentechnik wird regelmäßig überprüft und nach Möglichkeit weiter optimiert. Die sukzessive Umstellung der Beleuchtung im Bankgebäude auf LED-Lichttechnik wurde auch im Jahr 2018 fortgesetzt und ist im Jahr 2019 weiter bedarfsabhängig vorgesehen.

Die Entwicklung der Verbräuche wird in einem jährlichen Bericht ausgewertet. Für das Geschäftsjahr 2018 ist gemäß der erhobenen Leistungsindikatoren eine geringfügige Erhöhung des Energieverbrauchs für den Hauptstandort in Dresden festzustellen:

• ca. 1,34 Mio. kWh (Vorjahr: 1,30 Mio. kWh) Elektroenergie (100 % Ökostrom) – davon ca. 0,051 Mio. kWh (Vorjahr: ca. 0,047 Mio. kWh) Erzeugung aus eigener Photovoltaikanlage

Der Energieverbrauch für die Fernwärme ist mit 1,66 Mio. kWh nahezu konstant. Die Fernwärme wird von einem regionalen Anbieter bezogen, der Einsparungen von CO2-Emissionen und Feinstaub durch die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung erzielt.

Zur Reduzierung der direkten Schadstoffemissionen kommen in der SAB zunehmend Elektrofahrzeuge zum Einsatz. Der Bestand der Elektrofahrzeugflotte soll 2019 weiter ausgebaut werden, so dass zukünftig noch mehr als die bereits angeschafften überwiegend emissionsfreien Fahrzeuge genutzt werden können. Der Anteil von Elektrofahrzeugen an der gesamten Fahrzeugflotte der SAB betrug im Berichtszeitraum ca. 23 %. Zur Schaffung der notwendigen Voraussetzungen plant die Bank für 2019 und 2020 die Bereitstellung weiterer Ladestationen für Elektrofahrzeuge.

Auch beim Bauvorhaben in Leipzig berücksichtigt die Bank energetische Standards und plant eine effiziente Gebäudetechnik. Bei der Errichtung des Gebäudes ist ein Schadstoffgutachter eingebunden, um die Verwendung weitgehend schadstofffreier Baustoffe zu gewährleisten.

Ein zentrales Ziel der Bank zur Förderung der Nachhaltigkeit ist der Ausbau der digitalen Antragstellung und der elektronischen Bearbeitung. Hierzu wurden mehrere Projekte initiiert, bei denen 2018 bereits erste Meilensteine erreicht wurden. Ihre papierhaften Geschäftsbriefe versendet die Bank CO2-neutral.

Arbeitnehmerbelange

Die aus der sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern der SAB resultierenden Konzepte und Maßnahmen werden unter den Arbeitnehmerbelangen zusammengefasst und dienen auch der Stärkung der Arbeitgeberattraktivität. Der Personalrat ist nach Maßgabe des SächsPersVG in alle wesentlichen Entscheidungsprozesse eingebunden. Alle Mitbestimmungsrechte werden eingehalten und die Anforderungen des Arbeitsschutzgesetzes an die Arbeitsbedingungen und andere Arbeitsnormen umfassend erfüllt. Die Bank hat hierzu unter anderem Sicherheitsbeauftragte berufen und einen Arbeitsschutzausschuss eingerichtet.

Als Teil ihrer sozialen Verantwortung bietet die Bank den Mitarbeitern ein Gleitzeitmodell sowie Teilzeitregelungen zur Unterstützung der Vereinbarkeit von Beruf und Familie an. Hierzu besteht eine Dienstvereinbarung zur flexiblen Arbeitszeit. Zum 31. Dezember 2018 waren 253 Mitarbeiter (25,6 %) in Teilzeit (ohne Altersteilzeit) tätig.

Zur persönlichen und fachlichen Weiterentwicklung und Steigerung der Beschäftigungsfähigkeit wird den Mitarbeitern ein breites Personalentwicklungsspektrum angeboten. Die Bank plant einen weiteren Ausbau des Angebots, die Steigerung der Passgenauigkeit der Weiterbildungsmaßnahmen zu den Bedürfnissen der Beschäftigten sowie die Vorbereitung der Beschäftigten auf sich künftig ändernde Anforderungen. Neben einem umfangreichen internen Weiterbildungsangebot ermöglicht die SAB die Teilnahme an externen Weiterbildungen. Die SAB plant die Einführung einer systematischen Karriere- und Nachfolgeplanung und bildet in diesem Zusammenhang gezielt Nachwuchsführungskräfte aus. Diese werden durch spezielle Weiterbildungsmaßnahmen gefördert und so auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet. Ferner bestehen Angebote zur individuellen Weiterentwicklung in Form eines dualen Masterfernstudiums, eines MBA-Programms sowie diverser Coachings, Trainings und spezieller Förderprogramme. Eine Auswertung dieser Angebote erfolgt jährlich in einem Weiterbildungsbericht. 2018 nahmen die Beschäftigten der SAB insgesamt 3.234 Fortbildungstage in Anspruch. Die durchschnittliche jährliche Stundenanzahl für Aus- und Weiterbildung pro Beschäftigten belief sich dabei auf 21,12 Stunden (17,68 Stunden/weiblichen Beschäftigten, 27,60 Stunden/männlichen Beschäftigten).

Zum 31. Dezember 2018 sind in der SAB ferner ein Trainee im Nachwuchsführungskräfteprogramm und fünf Studenten im Rahmen eines dualen Studiums an der Berufsakademie Sachsen für ihre praktische Ausbildung in der SAB in den Fachrichtungen Bank und Wirtschaftsinformatik beschäftigt.

Zur Förderung der Gleichstellung und der Steigerung der geschlechtsspezifischen Diversität in den Führungsebenen hat die SAB mehrere Maßnahmen ergriffen. Zu den konkreten Zielen gehören dabei u. a. Diskriminierungsfällen vorzubeugen, die Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter zu erhöhen sowie die geschlechterspezifische Diversität in den Führungsebenen zu steigern. So sind in der Bank Grundsätze der Geschäftsleitung für die Auswahl und Bestellung der oberen Leitungsebene beschlossen. Hierbei werden Frauen bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Zudem strebt der Verwaltungsrat – unter Beachtung des Vorrangs von Eignung, Befähigung und fachlicher Leistung – eine Erhöhung des Anteils von Frauen im Verwaltungsrat an. Weiter verfügt die SAB bereits über eine Integrationsvereinbarung zur Eingliederung von Schwerbehinderten in das Unternehmen und führt jährlich für alle Beschäftigten Schulungen zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz durch. Im Ergebnis wurden auch im Geschäftsjahr 2018 keine Diskriminierungsfälle bekannt.

Die Arbeitssicherheit und der Gesundheitsschutz werden über eine betriebliche Sozialberatung und die Kooperation mit externen Partnern (z. B. Gesundheitstage mit Krankenkassen, Optimierung der Arbeitsplatzgestaltung durch externe Fachberatung) gefördert.

Sozialbelange

Durch die im Gesetz zur Errichtung der Sächsischen Aufbaubank – Förderbank – (FördbankG) und in der Satzung festgelegten Aufgaben besteht die Geschäftstätigkeit der Bank insbesondere in der Vergabe von Fördermitteln in Form von Zuschüssen, Darlehen und sonstigen Finanzierungshilfen. Die SAB ist gesetzlich zuständig, den Freistaat bei der Umsetzung der öffentlichen Aufgaben zu unterstützen. Insbesondere betrifft dies die Wirtschafts- und Infrastrukturpolitik sowie die Bildungs-, Sozialund Wohnraumförderung. Die SAB leistet somit einen Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung des Freistaates Sachsen und übernimmt zugleich soziale Verantwortung.

Im Rahmen ihres Förderauftrags ist die Bank dabei vorwiegend in den nachfolgenden Bereichen tätig:

• Förderung im Rahmen der sozialen Wohnraumförderung, des Wohnungs- und Siedlungswesens und der Wohnungswirtschaft

• Förderung von Infrastrukturmaßnahmen, der baulichen Entwicklung der Städte und Gemeinden, von Maßnahmen zur Entwicklung strukturschwacher Gebiete, von Land- und Forstwirtschaft und des ländlichen Raums sowie des Umwelt-, Natur- und Landschaftsschutzes

• Förderung von Bildungsmaßnahmen, von Kunst, Kultur, Wissenschaft und Forschung im Rahmen international vereinbarter Förderprogramme, des Gesundheitswesens, von Familie, Jugend und Sport sowie der Gleichstellung von Frau und Mann

Die Mehrzahl der Programme fördert Maßnahmen in den Förderbereichen Bildung und Soziales und unterstützt die Kunden insbesondere im Aspekt Sozialbelange. Im Förderbereich Bildung und Soziales stehen vor allem Maßnahmen zur Ausbildung, Weiterbildung und Integration im Vordergrund. Auf die einzelnen Förderbereiche wird im Kapitel 2.2 im Lagebericht näher eingegangen.

Unter anderem wurden in 2018 folgende bedeutsame Förderprogramme zur Förderung der Sozialbelange bewilligt bzw. zugesagt:

• Krankenhauspauschalförderung (67,47 Mio. EUR)

• Familienwohnen (57,50 Mio. EUR)

• Integrative Maßnahmen (36,69 Mio. EUR)

• GTA – Förderung Ganztagsangebote in Schulen (27,61 Mio. EUR)

• Aufstiegs-BAföG (26,49 Mio. EUR)

• JobPerspektive Sachsen (22,82 Mio. EUR)

• Praxisberater (16,07 Mio. EUR)

• Hochschule und Forschung (14,60 Mio. EUR)

• Investitionen Teilhabe – Förderung von Einrichtungen, Diensten und Dienstleistungen für Menschen mit Behinderung (12,62 Mio. EUR)

• Investitionspakt – Soziale Integration im Quartier (11,62 Mio. EUR)

• Altersgerechtes Umbauen (9,17 Mio. EUR)

• Weiterbildungsscheck individuell (5,44 Mio. EUR)

• Weiterbildungsscheck betrieblich (5,23 Mio. EUR)

Neu eingeführt wurde im Jahr 2018 das Produkt „SAB Baukindergeld Vorfinanzierungsdarlehen“, welches die Schaffung von selbstgenutztem Wohnraum durch die Vorfinanzierung des staatlichen Baukindergeldes zum Inhalt hat. Die Förderung soll insbesondere Familien zugutekommen und den Freistaat Sachsen bei der Bewältigung des demographischen Wandels unterstützen.

Als sozialen Aspekt versteht die Bank auch einen angemessenen Umgang mit und eine zeitnahe Bearbeitung der Beschwerden von Kunden und anderen Stakeholdern. Hierzu stehen mehrere Möglichkeiten der Beschwerdeeinreichung zur Verfügung. Im Rahmen des Beschwerdemanagements erfolgt ein regelmäßiger Abgleich der Informationen zur Verbesserung der Kundenbetreuung in den bestehenden Bearbeitungsabläufen. Über die eingegangenen Beschwerden wird einmal jährlich direkt an den Vorstand berichtet. Im Berichtszeitraum gingen 122 Beschwerden ein, welche sich hauptsächlich auf Prozesse in der Beratung, der Antrags-, der Ablehnungs-, der Aus- und der Rückzahlungsbearbeitung verteilten. Zur Klärung der Beschwerdefälle und Wiederherstellung der Kundenzufriedenheit werden die Sachverhalte erneut geprüft und/oder die Beschwerdeführer kontaktiert, um die Fälle gemeinsam zu erörtern und offene Fragen zu klären.

Achtung der Menschenrechte

Als Förderbank des Freistaates Sachsen achtet die SAB die Menschenrechte und deren Einhaltung, unter anderem durch angemessene rechtliche und soziale Standards im internen Regelwerk. Im Rahmen der Umsetzung der 5. Novelle der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) wurde im Jahr 2018 ein Verhaltenskodex für die Mitarbeiter der SAB erstellt, der auch Ausführungen zur Anerkennung gesellschaftlicher und sozialer Standards der SAB und deren Mitarbeiter vorsieht (u. a. Einhaltung der Menschenrechte, Rechtstreue, Kinder- und Jugendschutz, Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen). Der Verhaltenskodex ist auch den Tochterunternehmen der SAB zur Anwendung empfohlen.

Zur Sicherstellung der Vorgaben aus dem Mindestlohngesetz, dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz und dem Arbeitnehmerentsendegesetz werden bei Beschaffungen Eigenerklärungen der Anbieter angefordert.

Die SAB hat für die Errichtung des Neubaus in Leipzig eigene Compliance-Verhaltensrichtlinien erstellt. Diese berücksichtigen u. a. die Einhaltung von Gesetzen, die Gleichbehandlung und das Verbot von Diskriminierungen sowie die Ablehnung von Schwarzarbeit, Zwangsarbeit und Kinderarbeit. Die Einhaltung dieser Grundsätze wird durch Eigenerklärungen der Auftragnehmer sowie durch stichprobenartige Baustellenkontrollen überprüft. Die für die SAB tätigen Dienstleistungsunternehmen und deren Mitarbeiter sollen dadurch zur Einhaltung der Verhaltensgrundsätze angehalten werden.

Meldungen zu Verstößen gegen Gesetze und interne Regelungen sind an den Compliance-Beauftragten oder anonym an einen externen gebundenen Ansprechpartner zu richten. Im Berichtszeitraum lagen keine diesbezüglichen Meldungen vor.

Bekämpfung von Korruption und Bestechung

Die SAB hat zur Erreichung des Ziels der Verhinderung von Korruption, Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen strafbaren Handlungen umfassende interne Compliance- und Antikorruptionsrichtlinien, die rechtswidriges Verhalten verhindern sollen. Bei den Richtlinien handelt es sich um interne Verfahren, die nicht nach außen gegeben werden. Hinsichtlich des Neubaus in Leipzig erhalten die Auftragnehmer jedoch als Vertragsbestandteil eine Compliance- Erklärung. In dieser wird u. a. auch auf die Korruptionsbekämpfung hingewiesen. Die Einhaltung dieser Richtlinien wird durch ein angemessen ausgestaltetes und etabliertes internes Kontrollsystem gewährleistet. Eine zusammenfassende Identifizierung und Analyse der Risiken erfolgt in der speziellen Risikoinventur, in der Gefährdungsanalyse (Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstige strafbare Handlungen) und in der Ma-Risk-Compliance-Analyse. Der Compliance-Beauftragte ist gleichzeitig Geldwäsche- Beauftragter und ist für die Verhinderung von Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstige strafbare Handlungen zuständig. Darüber hinaus regelt er in seiner Funktion als Wertpapier-Compliance-Beauftragter die Prozesse zur Verhinderung von Insiderhandel. Der Vorstand sowie alle Mitarbeiter werden jährlich zu Compliance-Themen geschult, neu eingestellte Mitarbeiter an ihrem ersten Arbeitstag. Mitarbeiter in potenziell geldwäscherelevanten Geschäftsbereichen werden zusätzlich alle zwei Jahre vertieft geschult. In regelmäßigen Abständen finden Sensibilisierungsmaßnahmen für alle Mitarbeiter statt. Zu den Ergebnissen berichtet der Compliance-Beauftragte mindestens jährlich an Vorstand und Verwaltungsrat. Darüber hinaus erhalten Vorstand und Verwaltungsrat eine Einschätzung der Maßnahmen und Wirksamkeit des Systems zur Bekämpfung von Korruption. Im letzten Berichtszeitraum haben sich keine Fälle von Korruption und Bestechung ergeben. In der jährlichen Geldwäsche-Risikoanalyse wurden für alle Geschäftsstandorte der SAB keine erheblichen Risiken aus Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und sonstigen strafbaren Handlungen festgestellt.

Die SAB verfügt über Leitlinien zur Unternehmensintegrität. Diese umfassen u. a. die Themen Korrektheit bei der Arbeit, Vorbildfunktion der Vorgesetzten, Regelungen zur Annahme von Vorteilen und Interessenkollisionen sowie Verhinderung von Korruption und sonstigen strafbaren Handlungen. Die Unternehmensleitlinien wurden in den neuen Verhaltenskodex überführt, welcher 2018 eingeführt und allen Mitarbeitern transparent zur Verfügung gestellt wurde.

Als Förderbank des Freistaates Sachsen orientiert sich das Verhalten der Mitarbeiter der SAB auch an dessen Verhaltensgrundsätzen zur Korruptionsbekämpfung. Die darin enthaltenen Hinweise dienen der Konkretisierung und sollen dazu beitragen, Korruptionssituationen zu erkennen und zu vermeiden sowie in Korruptionssituationen richtig zu reagieren. Für etwaige Vorfälle von Diskriminierung bietet die Bank sowohl interne als auch externe Anlaufstellen.

Ein weiteres Ziel der SAB besteht in der Einhaltung aller aufsichtsrechtlichen Vorgaben. Hierzu erfolgt eine laufende Überwachung regulatorischer Anforderungen. Anlassbezogen werden sowohl der Vorstand als auch die zuständigen Organisationseinheiten unterrichtet. Im Ergebnis hat die Bank im Berichtszeitraum keine Bußgelder infolge der Nichteinhaltung von Gesetzen und Vorschriften gezahlt.

Informationssicherheit und Datenschutz

Informationssicherheit

Informationen können sowohl analog in Form von Dokumenten als auch digital als Daten in IT-Systemen (z. B. in Rechnern oder in Speichern) sowie als gesprochenes Wort (z. B. Besprechungen oder Telefonate) vorliegen und gespeichert, verarbeitet oder verwaltet werden.

Die SAB nutzt eine Vielzahl von Informationen und ist damit auf deren Schutz angewiesen. Das grundlegende Ziel der Informationssicherheit innerhalb der SAB besteht in dem Gewährleisten eines adäquaten Schutzes der Vertraulichkeit, Integrität, Verfügbarkeit und Authentizität aller Informationen. Es umfasst den Schutz vor unberechtigten Änderungen, Zerstörungen, Löschungen oder Preisgaben – unabhängig davon, ob diese absichtlich oder unabsichtlich erfolgen. Für die SAB ergeben sich somit folgende konkrete Informationssicherheitsziele:

• Gewährleisten der aus rechtlichen Regelungen des Datenschutzes und der Banksicherheit resultierenden Sicherheitsanforderungen, insbesondere zum Schutz der verarbeiteten Informationen

• Wahren des Bank- und Verwaltungsgeheimnisses

• Schützen der Reputation

• Sichern der Qualität der Informationen

• Reduzieren der im Schadensfall entstehenden Kosten

• Gewährleisten der Verlässlichkeit der Arbeitsprozesse

• Sicherstellen der Kontinuität der Arbeitsabläufe innerhalb der Bank

Gemäß der vom Vorstand beschlossenen Geschäfts-, Risiko- und IT-Strategie sind die Sicherheit und die Einhaltung externer Anforderungen wesentliche strategische Vorgaben für die Geschäftstätigkeit. Daher sind für die Aufrechterhaltung und das Management der Informationssicherheit insbesondere die vertraglichen, gesetzlichen und regulatorischen Anforderungen sowie die Vorgaben des BSI-Grundschutzes zu beachten. Um eine flächendeckende Informationssicherheit gewährleisten zu können, hat die SAB ein Informationssicherheitsmanagementsystem nach den Vorgaben des Standards 100-1 bis 100-3 des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufgebaut und seit 2017 zertifizieren lassen (Zertifikatsnummer: BSI-IGZ-0282-2017).

Nach Maßgabe dieser Informationssicherheitsgrundsätze ist jede Organisationseinheit der SAB für die Sicherheit ihrer Informationen und für einen angemessenen Schutz der Informationen entsprechend ihres Schutzbedarfs und Risikos für das betreffende Geschäft oder technische Umfeld verantwortlich. Die Informationssicherheitsgrundsätze und die daraus abgeleiteten Standards und Richtlinien, die die Notwendigkeit von Datenschutz und Informationssicherheit betreffen, sind somit für jeden verpflichtend, der bei der SAB arbeitet oder mit ihr zusammenarbeitet (Angestellte, Leiharbeitnehmer, Vertragspartner, Berater oder Zulieferer). Dies gilt insbesondere auch für Dienstleistungsunternehmen in Bezug auf ausgelagerte Aktivitäten und Prozesse. Das in der SAB zu erreichende Maß an Informationssicherheit ist prozess-/aufgabenspezifisch zu bestimmen, indem insbesondere

• die Bedrohungen bzw. Gefahren erkannt werden,

• die daraus resultierenden Risiken bzw. das Schadenspotenzial für die Geschäftsziele analysiert werden,

• die Schwachstellen identifiziert werden und

• angemessene Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden, um erkannte Risiken zu minimieren.

PDCA-Zyklus nach BSI

Um Informationen angemessen zu schützen, werden Maßnahmen ergriffen, so dass die im Bereich der Informationssicherheit zu verfolgenden Ziele in wirtschaftlich angemessener Art und Weise erreicht werden.

Die wirksame Bekämpfung von Bedrohungen der Informationssicherheit erfordert die umfassende Betrachtung aller organisatorischen und technischen Aktivitäten in der SAB sowie die Zusammenarbeit von Mensch und Technologie.

Hinsichtlich des in der SAB verfolgten Konzeptes zur Informationssicherheit ist zusammenfassend festzuhalten, dass die eingerichteten Maßnahmen weitgehend den gesetzten Informationssicherheitszielen genügen. So wurde im Geschäftsjahr 2018 lediglich ein Verstoß bezüglich der Informationssicherheit registriert.

Datenschutz

Die SAB verarbeitet eine Vielzahl von personenbezogenen Daten. Diese Daten unterliegen einem besonderen Schutz, der neben der DSGVO durch weitere gesetzliche Anforderungen normiert ist.

Jeder Mitarbeiter der SAB, der personenbezogene Daten verarbeitet, ist für die Einhaltung dieser Grundsätze verantwortlich. Um die gesetzlichen Vorgaben zum Datenschutz zu erfüllen, wurden verschiedene Maßnahmen im Unternehmen etabliert. Sofern personenbezogene Daten verarbeitet werden, erfolgt eine Dokumentation dieser Vorgänge. Zu den Aufgaben aller Organisationseinheiten der SAB gehört insbesondere, dafür Sorge zu tragen, dass die Verarbeitung personenbezogener Daten in zulässiger Weise unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben erfolgt – und die Grundsätze der Zweckbindung, der Datenminimierung und der Transparenz demnach Beachtung finden. Damit die gesetzlichen Vorgaben zur Auftragsverarbeitung vertraglich ordnungsgemäß umgesetzt werden, wird der Datenschutzbeauftragte in die Vertragsgestaltung einbezogen.

Die Daten von Mitarbeitern der SAB werden nur verarbeitet, soweit dies zur Eingehung, Durchführung, Beendigung oder Abwicklung des Arbeitsverhältnisses oder zur Durchführung organisatorischer und sozialer Maßnahmen, insbesondere auch zu Zwecken der Personalplanung und des Personaleinsatzes, erforderlich ist. Der Stab Personal stellt in diesem Zusammenhang sicher, den Schutz der Beschäftigtendaten durch geeignete Maßnahmen zu gewährleisten.

Die SAB setzt außerdem technische und organisatorische Maßnahmen um, um die Sicherheit und den Schutz der zu verarbeitenden personenbezogenen Daten ihrer Kunden und Mitarbeiter zu gewährleisten. Zur Einhaltung dieser Vorgaben erfolgen jährliche Kontrollen durch den Datenschutzbeauftragten.

Im Geschäftsjahr 2018 gab es sieben begründete Beschwerden bezüglich der Einhaltung des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre der Kunden, welche jedoch jeweils keine Meldepflicht nach Artikel 33 DSGVO nach sich zogen.